ALFIE SCHÜTZ


ALFIE (阿菲) Evelyn Schütz

 

Alfie Schütz, Chen Taiji Traditional Berlin: 

original Chenjiagou Taijiquan nach Grossmeister Chen Zhenglei 

 

- Lehrerin für Chen Taijiquan & Qi Gong

 

- zert. Chen Zhenglei Taijiquan Coach Stufe 5 von 9 durch Chen-Zhenglei`s Chen Village Taiji Training Center (Weltzentrale in Henan)

 

- Prüfung zum 6. Duan der CWA bestanden im Juli 2018 in Chenjiagou

 

- Jurorin für Taiji-Wettkämpfe bei der STN

 

- erste Lehrerprüfung/ Lehrerzertifikat 2010 bestanden bei Meister Chen Bing ( Chenjiagou Basic Trainer mit Lehrberechtigung für Hand- und Schwertform)

 

- Internat. Wettkampferfolge, z.B. internationale niederl. Meisterin 2015 im stiloffenen Taiji- Handformen der Frauen all ages, 1. Platz beim internationalen Chenjiagou Online-Wettkampf 2021 in der offenen Klasse 45+ u.a.

 

 

 

 

VITA- Kampfkunst-Lebenslauf in Kürze

  • Mai 2021 weltweiter Wettbewerb First International Chenjiagou Taijiquan Online Competition erster Platz Schwertform und Silbermedaillen in den Handformen der offenen Klasse der Frauen 45+
  • Mai 2019 Organisation in Cooperation mit der STN von Meister Chen Bin's 2. Seminar in den Niederlanden
  • Feb. 2019 Chen Zhenglei Taiji Training Center China chinesische und weltweit anerkannte Coach-Zertifizierung 5. Stufe von 9 chinesischen Stufen .
  • 2018 Chinareise mit Schülern zum 5. int. CZL Symposium und 70. Geburtstagsfeierlichkeiten von GM Chen Zhenglei;
  • erfolgreicher Abschluß des Zertifizierungslehrgangs "Advanced Xinjia Yilu";
  • Bestehen der Prüfung zum 6. Duan (Höchster Score dieser Veranstaltung am 2.7.) der Henan Wushu Association im Auftrag der CWA 
  • 2017 Organisation von Meister Chen Bin`s erstem Seminar in Berlin und Vermittlung von Meister Chen Bin`s erstem Seminar bei der STN in den Niederlanden, sowie Kooperationspartnerin von Meister Chen Bin und Repräsentantin des Chen Zhenglei-Taiji-Systems.
  • 2016 Wechsel von Wang Haijun zu Chen Bin/ Chen Zhenglei (auf Empfehlung von Meister Wang)
  • 2015/ Februar Open Dutch Wushu Championships: Titelgewinn und Goldmedaille im trad. stiloffenen Taijiquan der Frauen all ages (7 Länder)
  • Ausbildung zur Jurorin für Taijiquan Handformen bei der STN/ NL
  • 2014/ Februar Wechsel in das Chen-Zhenglei Taiji-System und zu Meister Wang Haijun
  • 2013   5. Dan (Duan) für Chen Taijiquan der CWA (Meistergrad) beim Internat. Austauschwettbewerb in Jiaozuo, 25./26. August (unter Lehrgangsleiter Zhang Dongwu & nationalem Kampfrichtergremium nach dem neuen DW-System)
  • Internat. Austauschwettbewerb Jiaozuo, Scores: trad. Chenstil Taolu Frauen 8.93 - Chenstil Schwertform Frauen 8.75
  • Chenjiagou: erneuter Trainingsaufenthalt an der Chen Bing Taiji Academy
  • 2013 Gastgeber von Meister Chen Bing`s 2. Seminar in Berlin
  • 2012 Gastgeber von Meister Chen Bing`s erstem Deutschland-Seminar in Berlin
  • 2011 4. Duan (Lehrer/Schulleiter Grad) für Chen Taijiquan der CWA (Chinesischen Wushu Association, Jury u.a. GM Kang Gewu und GM Zhen Zhenglei) /internat. Austauschwettbewerb Jiaozuo, China  
  •  2011 Trainingsaufenthalt in Chenjiagou an der Chen Bing Taiji Academy; erneute Lehrbewilligung und Schulzertifikat der Chen Bing Taiji Academy
     
  • 2010 Zertifizierung als Trainerin und Schulleiterberechtigung ("Chenjiagou Basic Trainer für Faust- und Schwertform") durch Meister Chen Bing, 20. Generation der Chenfamilie
  • 3/2010 Gründung des eigenen Kurs- bzw. Schulbetriebs für Taiji und Qi Gong in Berlin
  • 2006 Beginn der Lehrer-Ausbildung und intensives Training, zeitweise bis zu 6 Std täglich, 2008-2013 Seminare, Kurse und Einzelstunden bei den Meistern Chen Xiaowang, Chen Bing und Chen Zhiqiang.
  • Kampfsport, Selbstverteidigung, Kampfkunst seit früher Kindheit. "Wellness-Taiji" seit ca 2003
  • Reiki-Meisterin und Zusatzqualifikationen in Entspannungs- und Psychotherapie und verschiedenen energetischen Heilsystemen 

      


Die unerfreuliche Duanwei- Angelegenheit mit dem 6. Duan Zertifikat

Ähnlich wie in Judo oder Karate das Dansystem für Träger des schwarzen Gürtels die Weiterentwicklung bescheinigt, gibt es in China seit den 90er Jahren das sogenannte Duan- oder Duanwei-System.

Es handelt sich um ein 9-stufiges Graduierungssystem mit einer Vorstufe (Panda), welches von der staatlich chinesischen Kampfkunst-Vereinigung CWA (Chinese Wushu Association) sämtliche festlandchinesischen Kampfkünste abdeckt.

Hinzu kamen später die Tochterorganisationen, die weltweit operierende IWUF (Internationals Wushu Federation, IOK-Partner), sowie die kontinentalen Verbände, in Europa die EWUF und natürlich die nationalen Wuahu-Verbände (Wushu-Sammelbegriff für Kampfkunst)

 

Traditionell sind die ersten 3 Duan-Stufen (primary) Schülergrade, Stufen 4-6 (intermediate) Lehrergrade (früher Meistergrade) und die Stufen 7-9 (advanced) die früheren Großmeistergrade.

Menschen aus der westlichen Welt sind die Stufen 7-9 zumindest im Taiji kaum zugänglich, so daß der 6. Duan allgemein als die höchste, für westliche Kapfkünstler erreichbare Stufe gilt.

 

Alfies Geschichte:

Um neben den familieninternen Chenfamilien-Zertifikaten auch eine neutrale Überprüfung durch eine qualifizierte, unabhängige Institution vorweisen zu können, legte Alfie im August 2011 beim Internationalen Austauschwettbewerb in Jiaozuo, Henan, China, ihre Prüfung zum 4. Duan ab und gehörte bei dieser Prüfung zu den 4 höchstqualifizierten Teilnehmern der westlichen Welt- denn alle anderen erzielten an diesem Prüfungstag niedrigere Graduierungen. Nur einige wenige Asiaten konnten einen 5. oder höheren Duan erreichen. Diese Prüfung fand noch nach den alten Duansystem statt und Alfies Prüfungsinhalte waren u.a. eine Laojia Yilu-Erlu Mischform und die Chen Schwertform.

Ermutigt durch diesen Erfolg nahm Alfie 2013 erneut an Duanprüfungen in Jiaozuo teil und wurde mit dem 5. Duan ausgezeichnet, mittlerweile nach dem neu eingeführten, überarbeiteten Duansystem:

Da im alten System die Ergebnisse sehr oft vom Wohlwollen der unterschiedlich strengen Prüfer abgehangen hatten und somit die Qualität der Duanträger gleicher Stufe doch stark variierte, war das System komplett überarbeitet worden und stellt nun einheitliche Anforderungen an die Absolventen der verschiedenen Grade.

Dazu gehören neben einer theoretischen Prüfung je Stufe einheitliche, eigens für die Prüfung zusammengestellte Hand- und Partnerformen, sowie Anwendungen, welche allesamt die im jeweiligen Niveau entsprechend zu beherrschenden Techniken enthalten. Hinzu kommt eine traditionelle Form (meist Waffenform), welche dem Prüfling Gelegenheit gibt, seinen Skill in den traditionellen Formen zu zeigen.

Wer bisher nur eine Duanwei-Graduierung nach dem alten System vorweisen kann, aber weitermachen möchte, muß deshalb in seiner Prüfung sämtliche neuen Inhalte aller vorausgegangenen Stufen samt den aktuellen Prüfungsinhalten vorführen und bestehen. Für alle Teilnehmer, die vom alten ins neue System wechseln also durchaus eine Herausforderung.

 

Als Alfie 2018 in Chenjiagou erneut an Duanprüfungen für den 6. Duan teilnahm, welche die Henan-Provinzfiliale der CWA anläßlich des Chen-Zhenglei Symposiums für Teilnehmer aus ganz China und Übersee ausrichtete, mußte sie dank des bereits nach dem neuen System abgelegten 5. Duans allerdings nur die neuen Inhalte für den 6. Duan, sowie die traditionelle Chen Schwertform zeigen. Zur allgemeinen Überraschung erzielte Alfie die höchste Punktzahl und war somit sogar höher bewertet, als die teilnehmenden Asiaten.

Auch einen Schüler hatte Alfie mitgebracht, der die Prüfung zum ersten Duan erfolgreich ablegte.

Die Teilnehmer aus Übersee mußten- entgegen der sonstigen Gepflogenheiten der CWA (wie z.B. in Jiaozuo üblich) nicht nur die Prüfungsgebühr von ca 50 USD im Voraus zahlen, sondern auch gleich die Zertifizierungsgebühr für den jeweiligen Duan-Grad (rund 240 USD für den 6. Duan), welche üblicherweise erst von der CWA verlangt wird, wenn die Prüfung bestanden wurde und feststeht, daß das Zertifikat auch erstellt wird (Durchfallern entstehen also neben der Prüfungsgebühr keine weiteren Kosten).

Aber wer möchte schon im Voraus herumdiskutieren und sich möglicherweise bei Veranstalter und Juroren unbeliebt machen? 

 

Zwei Wochen später, auf der Heimreise, erfuhr Alfie per Email von Frau Wang, Co-Organisatorin des Symposiums und Kontaktperson für Duanwei-Büro und Übersee-Teilnehmer, daß sie bestanden hatten und die Freude war groß.

 

Der 5. Duan schließt die Sammlung der möglichen Techniken ab; der 6. Duan bestätigt u.a. den Skill, sie alle im richtigen Timing und mit der richtigen Distanz auch einsetzen zu können. War der 5. Duan schon eine hohe Auszeichnung, so ist der 6. Duan nach dem neuen System für einen Menschen aus der westlichen Welt, insbesondere eine Frau, doch etwas ganz besonderes und stellte für Alfie auch eine freudige Belohnung für viele anstrengende Jahre harter Arbeit dar, in welcher jeder irgendwie erschwingliche Cent in die Aus- und Weiterbildung geflossen war. Hinzu kommt, daß Prüfungen ab dem 4. Duan nur in China abgehalten werden dürfen; jede Prüfung hatte also auch eine Reise um die halbe Welt erfordert.

 

Allerdings kam das Duanwei-Zertifikat nicht an. Telefonische Nachfrage durch einen chinesischen Bekannten Anfang 2019 bei der Duanwei-Zentrale in Peking hatte die relativ unfreundliche Empfehlung zur Folge, doch in Henan bei der Zweigstelle anzurufen, wo die Prüfung stattgefunden hatte. 

Der Anruf dort war erfolgreicher: eine freundliche Dame teilte mit, daß die Zertifikate mittlerweile in Arbeit seien und soeben zwecks endgültiger Genehmigung zur Zentrale nach Peking geschickt worden seien. Dies sei bei Übersee-Teilnehmern üblich; die Teilnehmer vom chinesischen Festland hätten ihre Zertifikate inzwischen bereits erhalten. Auch Frau Wang sei eine gute Bekannte und deren Info, daß Alfie und ihr Schüler bestanden hätten, sei korrekt.

Die freundliche Dame gratulierte noch einmal zur bestandenen Prüfung und mit dem guten Gefühl, daß das Zertifikat in einigen Wochen, spätestens wenigen Monaten bei Alfie ankommen würde, beendeten wir die Nachforschungen.

 

Auch Meister Chen Bin, für welchen Alfie im Frühjahr 2019 ein Seminar organisiert hatte, bestätigte noch einmal, daß die Prüfung bestanden sei; das Zertifikat hatte er allerdings nicht dabei (was wir heimlich gehofft hatten).

 

Als im Frühsommer 2019 immer noch kein Zertifikat angekommen war, fragte Alfie über Wechat (das chinesische WhatsApp) noch einmal bei Frau Wang nach, wo das Zertifikat denn bleibe. Diese teilte mit, daß die Zertifikate gerade im Druck seien und schickte schon am folgenden Tag Fotos von den Zertifikaten- leider voller Fehler: Name falsch geschrieben, Duangrade verwechselt usw.

Die Zertifikate, bzw. die von den Zertifikaten über Wechat geschickten Fotos, mußten mehrmals reklamiert und nachgebessert werden, bis sie endlich alle korrekt ausgefüllt waren.

Beruhigt und mittlerweile immerhin mit den Fotos des 6. Duan-Zertifikats ausgestattet, wartete Alfie erneut auf das Eintreffen des Zertifikats.

Leider kam es nicht.

 

Weitere Nachfrage bei Frau Wang- die offenbar noch von den vielen Korrekturen verstimmt war- blieb ohne Antwort.

Mehrere Emails, 2020 an die CWA-Zentrale in Peking und die Zweigstelle in Henan geschickt, erhielten nur späte und kurze Antworten, es doch bei der jeweils anderen Filiale oder dem Organisator zu versuchen.

 

Die Bitte, wenigstens mitzuteilen, wo das Problem läge, um Bescheid zu wissen oder eventuelle Mißverständnisse klären zu können (auf diesem Level wird die Luft dünn und es gibt viele Neider, die oft auch vor Intrigen nicht zurückschrecken- Vertrauen ist gut, Überprüfung aber besser), blieb ebenso unbeantwortet.

 

Ob das Zertifikat noch irgendwann ankommt, verschlampt wurde oder ob die CWA aus irgendwelchen "politischen" oder sonstigen Gründen möglicherweise beschlossen hat, Alfies bestandene Graduierung doch nicht anzuerkennen (aber die Zertifizierungsgebühr zu behalten, welche eigentlich laut CWA-Reglement erstattet werden müßte) ist derzeit, im August 2021, mehr als 3 Jahre nach der Prüfung, unbekannt.

 

Bedauerlich ist die Angelegenheit allemal- wirft sie doch kein gutes Licht auf die CWA und das Duanwei-System- welches seinerseits alle Teilnehmer streng überprüft und großen Wert legt auf die Einhaltung des WUDE (Kampfkunstethik, siehe Unterrubriken von "Chen Taiji").

 

Aber offenbar wird hier mit zweierlei Maß gemessen; Respekt und die Ehrlichkeit, welche von den Prüflingen verlangt werden,  sollten diesen auch von Seiten des Verbandes entgegengebracht werden.

Und- sollte wirklich ein Vorwurf gegen Alfie vorliegen- wäre es nicht das Mindeste, diesen auszusprechen und auch anzuhören, was sie als andere Seite dazu zu sagen hat?

 

Schade! Diese Erfahrung macht es schwer, das Duansystem weiterzuempfehlen.

Aber letztendlich ist es egal, ob Alfie nun den 5. oder 6. Duan innehat- auch der 5. Duan ist bereits eine sehr hohe Graduierung und die Zertifizierungen durch die Meister und Großmeister der Chenfamilie besagen im Chen Taiji sowieso mehr, als die allgemeiner und mehr auf allgemeinen Kampfkunstskill bezogenen Duanwei-Zertifizierungen der CWA und ihrer Tochterorganisationen.


Weitere Infos auf den untergeordneten Seiten


Chen Zhenglei

 

陈正雷 Chen Zhenglei ist Großmeister und Linienhalter der 11. Generation des Chen Taiji, bzw. der 19. Gen. der Chenfamilie.

Zugleich ist er einer der sog. 4 Buddhawächter und Träger des 9. Duan der CWA.

 Er gilt in weiten Teilen Chinas als der führende und angesehendste Großmeister des Chen Taiji .

Chen Bin

陈斌, geb. 12/ 1979, ist Sohn von Großmeister Chen Zhenglei und als dessen Erbe Linienhalter in der 12. Generation des Chen Taiji. Träger des 7. Duan für Chen Taijiquan der CWA

Wang Haijun

 王海军, geb. 1972, ist (Groß-) Meister der 12.. Generation im Chen Taijiquan nach GM Chen Zhenglei, mehrfacher nationaler chin. Meister, 7. Dan/Duan Chen Taijiquan der CWA 



Hier ein Artikel von Alfie über die Duanwei-Prüfungen 2011 in Jiaozuo, welcher auf der Seite des deutschen Taiji-Qi Gong-Journal veröffentlicht wurde


Das Wissen einer Kampfkunst weitergeben- und dabei an der eigenen Entwicklung arbeiten- sowohl charakterlich, als auch körperlich und kämpferisch. In China bezeichnet man das auch als "ganzheitliche Kultivierung".

Taijiquan ist ein ganzheitlicher Lebensweg und bringt es mit sich, auf allen Ebenen an sich zu arbeiten- aufzugeben, was einem selbst oder anderen schadet und den Focus auf das Gute zu lenken für Mensch und Umwelt,  den Weg weiterzugehen in schweren Zeiten, bescheiden und respektvoll zu bleiben in Zeiten des Erfolges.